Glossar

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(kleines Wörterbuch)

Absentismus

Im Gegensatz zum Krankenstand kennzeichnet Absentismus (lat. absentia = Abwesenheit) ein Arbeitnehmerverhalten im Zusammenhang mit Fehlzeiten, dem ein motivational bedingter Entschluss zugrunde liegt. Ursachen können im privaten und im beruflichen Umfeld liegen. Zu letzteren zählen u.a. emotional belastende  Arbeitsbeziehungen zu Kollegen, zu Vorgesetzen, aber auch als unzureichend oder ungerecht empfundene  Arbeitsbedingungen. Ebenso ist ein Zusammenhang zu Suchtproblemen naheliegend.

Active Sourcing

Per Definition werden unter Active Sourcing alle Methoden verstanden, mit denen Unternehmen passende Kandidaten für aktuell oder künftig zu besetzende Stellen identifizieren und kontaktieren. Schon der Begriff macht deutlich, worauf der Schwerpunkt liegt: Active Sourcing lässt sich mit "aktive Personalbeschaffung" ins Deutsche übersetzen.

Agilität

In der Literatur wird unter Agilität die Fähigkeit einer Organisation verstanden, sich kontinuierlich an ihre komplexe, turbulente und unsichere Umwelt anzupassen. Allerdings bleibt der Begriff Agilität insbesondere im beruflichen Sprachgebrauch nach wie vor unscharf.

Ambidextrie

bezeichnet grundsätzlich die Fähigkeit, Stärken im Kerngeschäft eines Unternehmens auszuschöpfen und gleichzeitig die Anpassung an zukünftige Herausforderungen durch Innovationen erfolgreich voranzutreiben.

Big Data

Bei Big Data geht es um die effiziente Nutzung großer Datenmengen für wirtschaftliche Zwecke. Das Informationszeitalter fördert Millionen Datensätze zutage - und das jeden Tag. Big Data ist mehr als ein Modebegriff und nicht weniger als ein entscheidender Marketing-Trend

Blended Learning

Unter Blended Learning versteht man die Kombination von unterschiedlichen Methoden und Medien, etwa aus Präsenzunterricht und E-Learning. Auch die Mischung aus formellem und informellem Lernen und die Anreicherung von Printmedien mit 2D-Codes können unter diesen Begriff fallen.

Bore-out

bedeutet, dass Mitarbeiter sich während ihrer Arbeitszeit und/oder bei ihrer Arbeitstätigkeit langweilen. Sie langweilen sich (engl. to bore), weil entweder keine Arbeit vorliegt, die sie erledigen können, oder weil ihr Wissen, ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen bei ihrer Arbeit nicht gefragt sind. Auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit oder ein Mangel an Anerkennung können eine Rolle beim Bore-out-Erleben spielen.

Candidate Experience

Die vielfältigen Erfahrungen, die ein Stellensuchender während der gesamten Bewerbungszeit mit einem Unternehmen hat, bezeichnet man als Candidate Experience. Von der ersten Kontaktaufnahme über die Stellenanzeige oder die Karrierewebseite bis zum Arbeitsbeginn im neuen Job hat der Bewerber zahlreiche Berührungspunkte, die sogenannten Touchpoints, die es möglichst positiv zu gestalten gilt.

Candidate Journey

Als Candidate Journey bezeichnet man den Weg, den Kandidaten vom ersten Kontaktpunkt mit einem Unternehmen bis hin zum Abschluss des Bewerbungsverfahrens, zurück legen. Im Unterschied zur Candidate Experience – also den positiven und negativen Erfahrungen, die Kandidaten im Rahmen des Bewerbungsprozesses machen – beschreibt die Candidate Journey den Prozess als solchen – und zwar aus Sicht des Kandidaten.

Change Management

Der Begriff Change Management steht für die aktive und gezielte Veränderungsarbeit in Organisationen. Diese beinhaltet zielorientierte Eingriffe in und Unterbrechungen der normalen Abläufe und Entwicklungsprozesse.

Corporate Communication

Kommunikationsstrategie, die durch eine ganzheitliche Betrachtung aller nach innen und außen gerichteten kommunikativen Aktivitäten eines Unternehmens ein klar strukturiertes Vorstellungsbild von der Unternehmung (Corporate Image) in der Öffentlichkeit und bei den Mitarbeitern des Unternehmens erreichen will. Element der Corporate Identity.

Design Thinking

Unter Design Thinking wird eine spezielle Herangehensweise zur Bearbeitung komplexer Problemstellungen verstanden. Das zugrundeliegende Vorgehen orientiert sich an der Arbeit von Designern und Architekten. Design Thinking ist dabei zugleich eine Methode, ein Set an Prinzipien, eine spezielle Denkhaltung und ein Prozess mit einer Vielzahl von unterstützenden Tools. Wesentliches Kennzeichen ist die fokussierte Anwenderorientierung.

Digital Leadership

bedeutet die Führung in Unternehmen durch Nutzung von neuen Methoden und Instrumenten durch die Führungskräfte, wie zum Beispiel zur Kollaboration in sozialen Medien, in der Leistungsbewertung durch onlinebasierte, mobile Systeme oder auch im Projektmanagement. Mit der Offenheit für den Einsatz dieser Instrumente zeigen Führungskräfte, dass sie agiler sein wollen, sich im Unternehmen vernetzen und Mitarbeiter an Prozessen stärker teilhaben lassen.

Diversity Management

Unter Diversity Management oder Diversitäts-Management fallen alle Ansätze, die davon ausgehen, dass sich aus den unterschiedlichen Eigenschaften der Mitarbeiter eine produktive Vielfalt ergibt, die Unternehmen nutzen können. Dabei geht es um sehr viele sehr verschiedene Mitarbeiter-Merkale. Zum Beispiel um das Alter oder Geschlecht, die Nationalität, Religion und die Weltanschauung, um Menschen mit Behinderung oder verschiedenem kulturellen Hintergrund, aber auch um die sexuelle Identität der Mitarbeiter.

E-Learning

Im Rahmen des E-Learnings werden Lerninhalte weitgehend oder ausschließlich unter Verwendung elektronischer Medien vermittelt. E-Learning ist also eine Kombination selbstgesteuerten Lernens am Computer kombiniert mit den Übertragungsmöglichkeiten und technischen Ressourcen des Internets sowie moderner Telekommunikation. Es werden interaktive Lerninhalte mit internettypischen Funktionalitäten wie z.B. Chat, Videokonferenzen, virtuelle Bibliotheken, Videosequenzen und Newsgroups eingesetzt. Die Teilnehmer können Inhalte und Lerngeschwindigkeit in der Regel selber bestimmen.

Employee Experience

Konzepte für Employee Experience fordern von HR, sich in die Mitarbeitenden hineinzuversetzen und die Arbeitswelt durch ihre Augen zu betrachten. Employee Experience bezeichnet die Kombination aller Interaktionen und Erfahrungen, "die Mitarbeitende im Laufe ihrer Beschäftigung in und mit der Organisation sowie mit den darin handelnden Personen machen" (Definition von Felicitas von Kyaw und Leon Jacob in "Digital HR. Smarte und agile Systeme, Prozesse und Strukturen im Personalmanagement"). Einfluss darauf haben die Unternehmenskultur, die technologische Umgebung mit ihren Tools und Geräten sowie die physische Umgebung der Beschäftigten im Büro oder Homeoffice. Berührungspunkte, die mit positiven Eindrücken und Emotionen verbunden sind, sollen die allgemeine Zufriedenheit, das Engagement der Beschäftigten und somit die Arbeitsleistung steigern.

Employer Branding

Beim Employer Branding orientieren sich Unternehmen an den Methoden und Instrumenten des Marketings, um eine Arbeitgebermarke (Employer Brand) auszuprägen. Gerade in Zeiten von Social Media hilft ein elaboriertes Brand Management, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Employer Value Proposition (EVP)

Die Employer Value Proposition beinhaltet alle Kerneigenschaften, die Sie als Arbeitgeber einzigartig machen (Alleinstellungsmerkmale analog zur Unique Selling Proposisiton (USP)). Die Kerneigenschaften müssen für Bewerber und Mitarbeiter gleichermaßen attraktiv sein. Wichtig ist, dass diese für Ihre identifizierten Zielgruppen (jene Mitarbeiter und Bewerber, die Ihr Unternehmen erfolgreich machen) relevant und nachgefragt sind! Nur eine "wahre", klar definierte und gelebte Employer Value Proposition versetzt Sie in die Lage, eine starke Arbeitgebermarke (Employer Brand) am Markt zu etablieren.

Empowerment

Personalführung: engl. für Bevollmächtigung

Bezeichnung für vom Management initiierte Maßnahmen, die die Autonomie und Mitbestimmungsmöglichkeiten von Mitarbeitern rund um ihren Arbeitsplatz erweitern. Empowerment bezeichnet somit die Weitergabe von Entscheidungsbefugnissen und Verantwortung durch Vorgesetzte an Mitarbeiter. Empowerment konkretisiert sich u.a. in einer (weitgehend) selbstbestimmten Gestaltung des Arbeitsablaufs, dem Zugang zu gewünschten Informationen und intensivierter (aufgabenbezogener) Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzten.
Vorteile des Empowerments sind auf organisationaler Ebene der Abbau von Hierarchie, weniger Bürokratie und Leistungsoptimierung sowie auf Mitarbeiterebene motivatonale Effekte.

Feedback

ist die Rückmeldung an eine Person (konstruktive Kritik) über deren Verhalten und wie dieses von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt wird. Feedback bewertet nicht, sondern beschreibt, es ist immer konkret, es sollte so unmittelbar wie möglich gegeben werden und nicht aufgedrängt werden! Die Ziele von Feedback sind, dass die Beteiligten sich ihrer Verhaltensweisen bewusst werden, einschätzen lernen, wie ihr Verhalten auf andere wirkt und sehen, was sie bei anderen auslösen. Der Feedbacknehmer hat somit die Gelegenheit, in diesem Rückkoppelungsprozess Anregungen für eine eigene Verhaltensänderung zu ziehen.

Human Capital

Das auf Ausbildung und Erziehung beruhende Leistungspotenzial der Arbeitskräfte (Arbeitsvermögen). Der Begriff Humankapital erklärt sich aus den zur Ausbildung dieser Fähigkeiten hohen finanziellen Aufwendungen und der damit geschaffenen Ertragskraft.

Leadership

(Führung) bezeichnet nicht einheitlich definiert die menschen-, verhaltens-, eigenschafts-, interaktions- und/oder motivationsorientierten Aufgaben des Managements.

Bedeutung:

Während Management in der Tradition der Betriebswirtschaft vor allem analytische Fähigkeiten zur Planung von Organisation, Struktur, Prozessen und Kapazitäten erfordert, machen krisenhafte Situationen und Phasen des tiefgreifenden Wandels besonders deutlich, dass nicht nur die Herleitung, sondern vor allem die Durchsetzung von Entscheidungen eine zentrale Managementherausforderung sein kann. Entsprechend beinhaltet Leadership einerseits Eigenschaften (z.B. Charisma, Persönlichkeit, Sympathie) und andererseits Fähigkeiten (z.B. Motivationsfähigkeit, Rhetorik, Überzeugungskraft), die in eine interaktionsbezogene und verhaltensbeeinflussende Managementkompetenz als zentrale Charakteristika von Leadership münden.

New Work

ist ein Sammelbegriff, der eine Vielzahl von Arbeitsmodellen und Organisationsansätzen beschreibt, die die Arbeitswelt mehr oder weniger neu denken. Der Ausdruck steht somit für die Entwicklung der Arbeitswelt weg von starren Strukturen hin zu den flexiblen Wertschöpfungsprozessen der Arbeitswelt 4.0. Zentrale Werte von New Work sind Selbstständigkeit, Mitbestimmung und Führung auf Augenhöhe. Die Gesellschaft befindet sich im Wandel von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft. Dieser Wandel wird sich zukünftig auch in der Arbeitswelt durch neue Modelle der Zusammenarbeit widerspiegeln müssen.

Offboarding

(oder Austritts- bzw. Exit-Management) bezeichnet im Personalmanagement den professionell organisierten Austritt eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen.

Offboarding meint einerseits den technischen bzw. systematischen Prozess, also bspw. die Weitergabe von Dokumenten, Wissen und Kontakten sowie Organisatorisches (wie z. B. die Rückgabe eines firmeneigenen Laptops, Geschäftswagen, Smartphone o. ä.), andererseits aber auch den sozio-emotionalen Prozess in Form eines Austrittsinterviews.

Onboarding

Der Begriff "Onboarding" bezeichnet die Einarbeitung und Integration, also das "an Bord nehmen" von neuen Mitarbeitern durch ein Unternehmen und umfasst alle Maßnahmen, die die Integration fördern.

Personalcontrolling

Das Personalcontrolling besteht prinzipiell aus der Planung, Steuerung und Kontrolle von personalwirtschaftlichen Prozessen und Ergebnissen innerhalb eines Unternehmens. Darüber hinaus ist das Personalcontrolling dafür zuständig, alle personalrelevanten Unternehmensdaten zu sammeln, auszubereiten und auszuwerten. Zu den Zielen des Personalcontrollings gehören die Informationsversorgung, die Evaluation von Personalmaßnahmen, Strukturen und Prozessen, die Koordination der Personalwirtschaft, die Integration der Personalarbeit in die Unternehmenssteuerung, die Früherkennung von Risiken und Chancen und die Transparenz des Beitrages des Personalwesens zum Unternehmenserfolg.

Recruiting

beschreibt den umfassenden Prozess der Personalbeschaffung eines Unternehmens. Ziel ist es, die besten Mitarbeiter für die passenden Stellen im Unternehmen zu gewinnen. Die Ansätze hierzu gehen von der klassischen Stellenanzeige bis zu den innovativen Lösungen des E-Recruiting.

Remote Work

bedeutet so viel wie Fernarbeit. Sie kann an jedem beliebigen Ort erledigt werden. Ein Internetanschluss genügt. Homeoffice meint einen Arbeitsplatz oder ein Arbeitszimmer im privaten Umfeld und wird daher als eine Art Oberbegriff für alle Formen von bürobezogener Erwerbsarbeit von zu Hause aus benutzt, manchmal auch als ein synonymer Begriff für Telearbeit. Homeoffice ist aber im arbeitsschutzrechtlichen Sinne eine Form mobilen Arbeitens.

Sabbatical

 Das sog. Sabbatical – Sabbatjahr – bezeichnet eine längere, meist mehrmonatige Unterbrechung des Arbeitslebens. Der Arbeitnehmer erhält während dieser befristeten Auszeit monatlich ein Arbeitsentgelt, das er durch Vor- bzw. Nacharbeit erwirtschaftet hat.

VUCA

ist ein Akronym, das sich auf "volatility" ("Volatilität"), "uncertainty" ("Unsicherheit"), "complexity" ("Komplexität") und "ambiguity" ("Mehrdeutigkeit") bezieht. Damit werden vermeintliche Merkmale der modernen Welt beschrieben.

War for Talents

(oder Kampf um die besten Köpfe) steht für den schärfer werdenden Kamp der Unternehmen um Nachwuchs und die besten Talente. Dabei spielen neben rein materiellen Anreizen zunehmend auch immaterielle Werte wie die Work-Life-Balance oder das Image der Arbeitgeber-Marke eine bedeutende Rolle.

Work-Life-Balance

Familienbewusste Personalpolitik - Vereinbarkeit/Balance von Familie und Beruf. Für Personaler bedeutet das: Fähigkeiten, Talente, Eignungen und Kompetenzen von Mitarbeitern zu erkennen, zu fördern und gezielt betrieblich nutzbar zu machen – unter Berücksichtigung von deren sozialen Bedürfnissen und Umfeld.

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Quellen:

www.haufe.de

www.personio.de

www.wirtschaftslexikon.gabler.de